Vereinigte Arabische Emirate
Die Vereinigten Arabischen Emirate, kurz VAE, liegen auf der Arabischen Halbinsel. Auf einer Fläche von insgesamt ca. 77.700 km2 leben in den VAE etwa 5 Millionen Menschen. Die Förderation der sieben Emirate Abu Dhabi, Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra's al-Chaima, Sharjah und Umm al-Qaiwain wurde 1971 gegründet. Die einzelnen Emirate sind jeweils nach ihrer Hauptstadt benannt.
Die Vereinigten Arabischen Emirate grenzen im Norden an den Persischen Golf, an Saudi-Arabien im Süden und Westen und an das Sultanat Oman im Osten.
Erst 1935, nachdem Großbritannien die Einwohner aller Emirate befragt hatte, welchen Scheich sie und ihre Familie als ihr Oberhaupt ansahen, wurden einvernehmlich verbindliche Grenzen zwischen den Emiraten gezogen. Vorher waren die Grenzverläufe nur mündlich überliefert worden. Den Grenzverlauf zu Saudi-Arabien kennen nur die beiden Staaten, er wurde nach seiner Festlegung in den 1970er Jahren nie offiziell bekannt gemacht. Vor der Nordküste der VAE befinden sich viele Inseln sowie Sandbänke und Korallenriffe. Dadurch, dass selbst 100 Kilometer vor der Küste das Meer nur 25 Meter tief ist, müssen die Kapitäne der Schiffe sehr vorsichtig navigieren. Im Meer vor den Vereinigten Arabischen Emirate tummeln sich vor allem Makrelen, Barsche und Thunfische. Seltener kann man auch Haie und Wale beobachten. Allerdings nehmen die Fischbestände durch die massive Umweltverschmutzung stark ab. Der höchste Berg der Vereinigten Arabischen Emirate ist der Dschabla Adhan mit gerade einmal 1.127 Metern. Er liegt im Hadschar-Gebirge auf einer Landzunge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman.
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Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen zu zwei Dritteln aus Wüste, die sich durch Wind und Wetter immer weiter ausbreitet. Nur wenige Gräser oder Dornbüsche können in dieser Wüste wachsen und dem Sand Einhalt gebieten. Sandstürme bedrohen Oasen und Städte und es kann vorkommen, dass eine ganze Stadt nach einem Sturm unter dem Sand vergraben liegt. Durch große Bepflanzungen versucht man, die Wüste aufzuhalten. Leider regnet es jedoch nur selten und wenn, dann verdunstet das Wasser meist, bevor es den Boden erreicht. Der Kampf gegen die Wüste ist also mit großem Aufwand verbunden und es ist fraglich, wer am Ende der Sieger wird. Im Winter und zum Ende des Frühlings weht der Shamal durchs Land, ein Wind, der noch mehr Sand und Staub mit sich bringt.
Die Region ist eine der trockensten der Welt. Das Trinkwasser wird aus aufwendig entsalztem Meerwasser gewonnen oder aus den Quellen der Oasenstadt Al-Ain. Durch Pipelines wird es in die Städte geführt. Die Landwirtschaft verbraucht allein etwa 70 % des Trinkwassers, die Städte müssen künstlich bewässert werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den ölreichsten Staaten der Erde, die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Emiraten sind jedoch extrem, da nur drei der sieben Emirate über Erdölvorkommen verfügen.
Die einheimischen Tierarten wurden durch intensive Jagd fast ausgerottet, die übrig gebliebenen, unter ihnen die Arabische Orysantilope, wurden unter Schutz gestellt. Auf der Insel Beni Yas gibt es ein Naturreservoir für einheimische Pflanzen und Tiere.
Amtssprache im ganzen Land ist Arabisch. Daneben wird Hindi, Urdu und Farsi gesprochen. Der Islam ist in allen Emiraten Staatsreligion. 96 % der Bevölkerung sind Muslime, 3 % Christen. Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate ist immer der Emir von Abu Dhabi. Traditionell Vizepräsident und Premierminister ist der Emir von Dubai. Es gibt keine politischen Parteien. In den einzelnen Emiraten, ist die Thronfolge erblich. Alle Entscheidungen müssen von mindestens fünf der Emire befürwortet werden, darunter müssen sich die Emire von Dubai und Abu Dhabi befinden. Dies erklärt sich aus der Entstehungsgeschichte der Vereinigten Arabischen Emirate.
1747 ließen sich Beduinen an diesem Teil der Golfküste nieder und raubten von hier aus hauptsächlich Handelsschiffe aus, die im Persischen Golf unterwegs waren. Um 1780 beherrschten diese Beduinen große Teile der persischen Südküste, was ihr den Namen Piratenküste einbrachte. Da sich der Oman seinen Handel dadurch nicht abspenstig machen lassen wollte, verbündete er sich mit Großbritannien und konnte bis 1820 die Piraterie eindämmen. Das Land, das die Beduinen sich erobert hatten, kam unter britisches Protektorat. 1971 bildete sich auf Initiative der Scheichs von Dubai und Abu Dhabi eine Föderation aus sieben autonomen Emiraten. Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden gegründet und als ihre Hauptstadt Abu Dhabi auserkoren.
Die Schari'a, das Islamische Recht, ist in allen Emiraten Rechtsgrundlage. Die islamischen Gesetze müssen auch von Gästen respektiert werden. Frauen sollten z.B. keine kurzen Röcke tragen und nicht ungebührlich viel Haut zeigen. Auch Männer sollten sich eher formell kleiden. Die Schari?a wird regional in unterschiedlichen Härten angewandt, so kann sowohl die Todesstrafe als auch die Steinigung oder Stockschläge als Strafe verhängt werden. Alkoholkonsum ist für Muslime verboten. In speziellen Alkoholläden und Hotels kann er gekauft werden. Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken, kann mit Gefängnis bestraft werden. Und Gefängnis bedeutet in den Vereinigten Arabischen Emiraten beispielsweise, dass man sich unter abartigen hygienischen Bedingungen eine Zelle mit hunderten von Mitgefangenen teilen muss. Muslime - egal aus welchem Land - können bei Alkoholdelikten zusätzlich mit Stockschlägen bestraft werden.
Verboten sind außerdem Pornographie und Prostitution, israelische Propaganda, Schriften und Medien, die mit den religiösen und moralischen Werten der Vereinigten Arabischen Emirate nicht vereinbar sind, und Drogen. Ebenso verboten und unter Strafe gestellt ist das Zusammenleben unverheirateter Partner, Homosexualität und Aids! Einheimische Aids-Patienten werden in speziellen Krankenhäusern inhaftiert, Ausländer werden abgeschoben. Bei Unfällen mit dem Auto muss immer die Verkehrspolizei gerufen werden. Die Fahrzeuge dürfen nicht bewegt werden, auch wenn sich dadurch Staus bilden. Die Schuldfrage wird vor Ort von den Polizisten geklärt, wobei Staatsbürger bevorzugt werden. Wird ein Staatsbürger verletzt, muss der Unfallgegner bis zu dessen Genesung ins Gefängnis. Wird ein Staatsbürger bei einem Unfall getötet, muss das so genannte Blutgeld bezahlt werden, oder es droht Inhaftierung. Sollte ein Erste-Hilfe-Versuch das Opfer verletzen, wird der Helfer dafür verantwortlich gemacht.
Es gibt eine staatliche Zensurbehörde, die das Fernsehen und das Internet kontrolliert. Allerdings gibt es auch in der arabischen Welt inzwischen Satellitenempfang. In den Kinos der Vereinigten Arabischen Emirate laufen Bollywood-Filme, aber auch Produktionen aus Hollywood, die natürlich vorher auf ihre Sittlichkeit hin überprüft werden.
Derzeit existiert kein Bahnnetz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In den Hauptstädten fährt man entweder Auto oder man lässt sich von preislich sehr günstigen Taxis herumfahren. Zwischen den Emiraten verkehren Busse im Linienverkehr. Das Land hat Fährverbindungen zu allen großen Häfen der einzelnen Emirate und zum Iran. Alle Hauptstädte haben internationale Flughäfen. Der größte Flughafen der Welt entsteht gerade in Dubai. Sollte Ihr Reisepass einen Eintrag über einen Israel-Besuch enthalten, könnte Ihnen die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate verwehrt werden. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich einen Ersatzpass ausstellen zu lassen.
75 % der Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate sind Ausländer. Nur Kinder, die im Land geboren wurden und deren Vater Staatsbürger ist, sind automatisch Staatsangehörige. Zwar kann man sich nicht einbürgern lassen, jedoch eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis erhalten. Diese bekommt man beispielsweise zusammen mit der Arbeitserlaubnis, wenn man ein Angestelltenverhältnis eingeht. Rund 2,8 Millionen Arbeitsemigranten leben dauerhaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Obwohl dies gesetzlich verboten ist, muss man meist seinen Reisepass für die Dauer der Beschäftigung beim Arbeitgeber abgeben. Das Wochenende findet in den Vereinigten Arabischen Emiraten seit 2006 Freitag und Samstag statt, vorher Donnerstags und Freitags. Damit will man sich - hauptsächlich wegen des Handels - der westlichen Welt angleichen. Alle staatlichen Institutionen und die Schulen müssen sich an die neue Regelung halten.
Volkssport ist Fußball. Die Emirate haben eine eigene Liga und eine Nationalmannschaft. Das Tennisturnier in Dubai ist inzwischen aus dem Turnierkalender der Tennisstars nicht mehr wegzudenken. Traditionell werden Kamel- und Pferderennen ausgetragen. Außerdem kann man Golf spielen, alle Arten von Wassersport betreiben und auch Bowlen.
In größeren Städten und in Urlaubszentren findet man Diskotheken, Bars und Kinos, in denen auch englischsprachige Filme laufen. Zu den kulinarischen Spezialitäten der Region zählen Houmus, ein Püree aus Kichererbsen, Ghuzi, gebratenes Lamm mit Reis oder Warak Enab, Weinblätter, die mit Reis gefüllt sind. Fisch und Meeresfrüchte mit Reis gibt es überall. Besonders in den Hotels finden sich Restaurants mit hochwertiger Küche, die sowohl internationale als auch arabische Gerichte servieren. Ayran, ein Jogurtgetränk, und starker Kaffee werden oft getrunken. Bezahlt wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Dirham, 1 Dirham sind 100 Fils.





