Chile
Die Republik Chile liegt im Südosten des südamerikanischen Kontinentes. An ihrer breitesten Stelle ist sie nur 450 km breit aber über 4.300 km lang. Insgesamt erstreckt sich Chile über eine Fläche von 756.096 km2. Durch ganz Chile ziehen sich die Anden. Aufgrund der enormen Länge sowie der großen Höhenunterschiede konnte sich eine vielfältige Vegetation in den unterschiedlichen Klimazonen entwickeln. Chile grenzt an Peru, Bolivien, Argentinien und den Pazifischen Ozean.
Zum Staatsgebiet Chiles zählen unter anderem die Osterinsel, die Juan-Fernandez-Inseln, die Islas de los Desventurados, die Inselgruppe Diego Ramirez in der Drake-Passage sowie ein Teil der Antarktis. Chile ist eine ehemalige spanische Kolonie und seit 1818 unabhängig. Seit 1925 ist Chile eine Präsidialrepublik.
Amtsprache in der Republik Chile ist Spanisch. Der Chilenische Peso (CLP) ist seit 1974 die offizielle Währungseinheit. 1 Euro ist umgerechnet ca. 716 CLP wert. Während der Sommerzeit ist es in Chile 6 Stunden und in der Winterzeit 4 Stunden früher als in Mitteleuropa.
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Der Norden von Chile
Der Norden Chiles ist hauptsächlich karges Land und Wüste. Doch auch der höchste Berg Chiles, ein Vulkan steht im Norden: Der Ojos del Salado. Er ist mit 6.893 Metern Höhe gleichzeitig der zweithöchste Berg Südamerikas und höchster Vulkan der Welt. Zu seinen Füßen erstreckt sich die Atacama-Wüste, eine der trockensten Regionen der Welt. Heute wird hier vor allem Kupfer gefördert. Chile ist der größte Kupferexporteur der Welt. Die kleinen Städte an den Flussläufen im Norden liegen wie Oasen mitten in der Wüste. Hier gibt es vielerorts Souvenirläden mit handgemachten traditionellen Web- und Schnitzarbeiten für Einheimische und Touristen.
Der Salar de Atacama ist der größte Salzsee Chiles und Lebensraum für Flamingos und andere Vögel. Der See liegt im Nordosten vor der Grenze zu Bolivien und in der Nähe der Stadt Antofagasta. An diesem, vor Millionen von Jahren ausgetrockneten Binnenmeer werden Salpeter, Lithium und Bor abgebaut. Auf der ganzen Welt gibt es keinen anderen Ort, an dem die Sterne so gut zu sehen sind, wie in der Atacama. Aus diesem Grund wurde eine große Beobachtungsstation mitten in die Wüste auf ein Hochplateau gebaut. Doch auch mit bloßem Auge ist der Anblick spektakulär. Für Interessierte werden nächtliche Führungen angeboten.
Chiles schöne Mitte
In Zentralchile herrscht mediterranes Klima. Der so genannte Kleine Süden, das Gebiet südlich der Hauptstadt Santiago de Chile, besteht aus Wäldern und überwältigenden Naturlandschaften. Wer gern wandert, ist hier genau richtig: Mehrere Nationalparks und das chilenische Seengebiet lassen das Herz eines jeden Wanderers höher schlagen. Auch Regenwald und eine einzigartige Tierwelt konnte sich in der Mitte Chiles etablieren. Regenzeit ist von Mai bis August. Der Vulkan Osorno prägt im Kleinen Süden das Landschaftsbild. Vor 150 Jahren ist sein letzter Ausbruch verzeichnet. Im gleichnamigen Nationalpark kann man die Petrohue-Wasserfälle bestaunen. Der zweitgrößte See Chiles ist der Llanquihue See. Er ist noch nicht lange besiedelt. 1852 landete hier ein Schiff mit deutschen Einwanderern. Die deutschen Wurzeln sind rund um den See sichtbar. An den Fassaden der Häusern und auf Schildern stehen deutsche Wörter und die deutsche Sprache ist noch lebendig. Ungefähr 90 % aller Chilenen haben im Übrigen europäische Vorfahren.
Rund um die Hauptstadt liegen die Wintersportorte La Parva, Portillo, Valle Nevado und El Colorado, die als international konkurrenzfähig angesehen werden können. Weiter im Süden befinden sich die Skigebiete Termas de Chillán, Ski Pucón, Corralco und Antillanca.
Der Süden von Chile
Im Süden Chiles weht der eisige Wind Patagoniens. Das Klima ist rau, die Landschaft karg. Der Süden ist das Land der Schafe. 1877 führte ein Engländer von den britischen Falklandinseln erstmals Schafe nach Chile ein. Die Schafzucht entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig und trug Ende des 19. Jahrhunderts dazu bei, die Schiffsverbindungen auszubauen und ein regionales Eisenbahnnetz anzulegen. Der äußerste Süden Chiles ist nur auf dem Luftweg oder per Schiff ‑ über die Magellanstraße ‑ erreichbar. Nördlich des Nationalparks Torres del Paine befindet sich das größte zusammenhängende Eisfeld nördlich der Pole, das Patagonische Inlandeis. Das Patagonische Inlandeis mit seinen meterhohen Gletschern erstreckt sich über weite Teile des südlichen Chiles. Es wird vom Pazifik mit Regen und Schnee versorgt. Seine Eisschicht wächst stetig.
Vom Nationalpark Torres del Peine aus sind die schneebedeckten Gipfel der Anden zu sehen. Im ?Großen Süden? wie Südchile genannt wird, regnet es häufig. Trotz der widrigen Bedingungen und des eisigen Windes konnte sich hier eine vielfältige Landschafts-, Tier- und Pflanzenwelt entwickeln. So kann man Guanakos sehen, eine Kamelart, dem Aussehen nach einem Lama ähnlich. Die Guanakos sind in Herden von etwa 15 Tieren im Grasland anzutreffen. Vom ehemals riesigen Bestand von 50 Millionen Tieren leben heute noch ca. 500.000 Tiere. Das Fell der Tiere war begehrte Ware, zudem wurden die Guanakos geschossen, um Platz für die Schafherden zu schaffen.
Vor dem Festland im Süden befindet sich das Insel-Archipel Feuerland, das Chile sich mit Argentinien teilt. Zwischen Feuerland und dem Festland verläuft die Magellanstraße. Vor Feuerland liegt die Insel Hornos, auf der mit Kap Hoorn der südlichste Punkt Südamerikas liegt.



