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Osterinsel

Die Osterinsel gehört seit 1888 zur Republik Chile, geographisch zählt sie zu Polynesien. Sie ist zollfreies Gebiet. Der Haushalt der 163 Quadratkilometer großen Insel wird von Chile subventioniert. Verwaltet wird sie von einem Gouverneur, der seit 1984 auch von der Insel stammt. Alle vier Jahre wird ein Bürgermeister gewählt. Die Osterinsel ist eine völlig abgelegene, ozeanische Insel im Südostpazifik. Die Inselhauptstadt Hanga Roa ist ca. 3.700 km von der chilenischen Küste entfernt. Die ca. 4.000 Insulaner leben fast alle in der Hauptstadt. Der kalte Humboldtstrom, der auch vor Chiles gesamter Küste vorbeizieht, bestimmt das Klima. Von Oktober bis März ist Hauptsaison. In diesen Monaten ist es wärmer und länger hell. In den anderen Monaten regnet es häufiger und es ist kühler.

Als Folge ihrer isolierten Lage gehört die Osterinsel zu den artenärmsten Inseln des Südpazifiks. Ursprünglich dicht mit Palmenwäldern bewachsen, besteht das Landschaftsbild heute aus den drei erloschenen Vulkanen sowie ausgedehnten Grasflächen, die für die Viehzucht geschaffen worden waren. Alle Nutzpflanzen wurden von den ersten Siedlern mitgebracht. Die Ureinwohner der Insel waren die Rapanui. Der gleichnamige Dialekt der Ureinwohner wird noch häufig auf der Insel gesprochen. "Rapa Nui" ist auch der Name der Osterinsel in dieser Sprache. Offizielle Amtssprache auf der Insel ist jedoch Spanisch.

Der Niederländer Jakob Roggeveen, benannte die Osterinsel nach dem Tag, an dem er sie im April 1722 entdeckte, dem Ostersonntag. Etwa 150 Jahre später, im Jahr 1877, erlebte die Insel einen dramatischen Rückgang der Einwohnerzahl auf 111 Personen durch von den Eroberern eingeschleppte Krankheiten und den Sklavenhandel.

Heute leben hier geschätzte 4.000 Menschen, pro Quadratkilometer sind dies ungefähr 23 Einwohner. 1866 war die Insel von den Häuptlingen der Ureinwohner an einen Franzosen verkauft worden. Dieser vertrieb daraufhin die Einwohner aus ihren Häusern und bot ihnen zum Leben nur ein kleines Gebiet im Westen der Insel. Seine Schafe und Rinder durften den Rest der Insel als Weideland nutzen. 1876 hatten die Inselbewohner genug von der Unterdrückung und ermordeten den französischen Despoten. 1895 wurde die Insel von Chile an den Geschäftsmann Enrique Merlet verpachtet, der sie bis 1903 zur Viehzucht nutzte. Um das Jahr 1900 breitete sich Lepra aus und die Osterinsel wurde zur Leprakolonie.

Weltbekannt sind die riesigen Steinfiguren, die Moai. Zu welchem Zweck sie errichtet wurden, ist umstritten. Und auch auf den Zeitpunkt ihrer Errichtung können sich die Forscher nicht einigen. Die Figuren sind unterschiedlich groß und teilweise nicht fertig gestellt. Die schwerste Figur wiegt 88 Kilo, die größte ist über 21 Meter hoch. Forscher gehen davon aus, dass die Figuren über Holzleitern und Baumstämme transportiert wurden. Dies würde auch erklären, warum es keine Bäume mehr auf der Insel gibt. Die Geburtsstätte der Moais soll der Vulkan Rano-Raraku sein. Aus dem hier im Steinbruch gewonnenen Tuffstein wurden alle Figuren gefertigt. Über 400 unvollendete Statuen verwittern an den Hängen des Vulkans und rund um den Kratersee. An riesigen Steinblöcken und unfertigen Moai-Köpfen nagt der Zahn der Zeit. Die Figuren sind in Gefahr, da sie ständig Feuchtigkeit und Wind ausgesetzt sind. Die UNESCO hat deshalb Berliner Denkmalpfleger damit beauftragt, dieses einzigartige Erbe der Rapanui-Indianer zu retten. Forscher haben herausgefunden, dass jede Moai-Figur eine auf der Insel lebende Person repräsentierte. Alle Figuren waren so aufgestellt, dass sie ins Landesinnere, in Richtung der dort lebenden Familien, blickten. 1722 wurden die damals noch stehenden Figuren entdeckt. 52 Jahre später, als der Weltumsegler James Cook die Insel betrat, war keine Figur mehr aufgerichtet. 1935 kam der Kapuzinerpater Sebastian Englert auf die Osterinsel, er kam als Seelsorger und nummerierte und katalogisierte nebenbei 638 Statuen.

Die Osterinsel verfügt auch über eine eigene Symbolschrift, die Rongorongo-Schrift. Sie besteht aus Symbolen und Gegenständen, beispielsweise dem Vogelmann, Häusern, Booten und Speeren. Bis heute ist es noch nicht gelungen, die Texte, die in Höhlen bzw. auf Holztafeln gefunden wurden, wörtlich zu übersetzen. An einer Klippe Kraterrand des Vulkans Rano Kao ist die Rongorongo-Schrift in den Fels geritzt. Besonders häufig ist hier der Vogelmann abgebildet. An der Kultstätte Orongo sind Tiere und andere Motive sowie Gesichter, die so genannten Make Make, mit großen Augen im Fels abgebildet. Zu Orongo gehören Steinhütten, die nicht bewohnt wurden, sondern nur als Kultstätten genutzt wurden. Auf der Insel konnten sich aufgrund des vulkanischen Ursprungs zahlreiche Höhlen und Klüfte bilden, die ebenfalls Kultstätten waren. Überall finden sich Felsmalereien. Einige Höhlen waren Familien zugeordnet, die ihr Wissen darüber mündlich an die Nachfolgegeneration weitergaben. Diese Höhlen wurden auch als Begräbnisstätten genutzt.

Touristen werden häufig zur Ana Kai Tangata geführt, der so genannten Menschenfresserhöhle, mit zahlreichen Felsbildern bei Mataveri an der Westküste. Nicht weit entfernt, an der Bucht Ahu Tongariki befindet sich die größte Zeremonialplattform von ganz Polynesien. Hier wurden 15 große Statuen wieder aufgerichtet. Für Touristen werden am einzigen Strand der Insel, bei Anakena, Picknicks veranstaltet.

Die Region darf sich damit rühmen, die dichteste Konzentration so genannter Raucher, also aktiver Vulkanschlote, zu haben. Östlich liegt das Perubecken zwischen der Osterinsel und den Juan-Fernandez-Inseln im Pazifik, das an seiner tiefsten Stelle 5.298 Meter tief ist. Vor der Küste der Insel lassen sich Pottwale beobachten.

Abseits von allen Schiffsrouten ist die Osterinsel vom Festland in einem fünfstündigen Flug mit dem Flugzeug zu erreichen. Wöchentlich mit mehreren Linienflügen bringt ausschließlich LAN Chile Besucher und Einwohner ab Santiago de Chile auf die Insel. Direkt am Flugplatz wird man vom Hotelier oder Fremdenführer abgeholt. In den 1970er Jahren errichtete die NASA einen Notlandeplatz für ihre Raumfähren, seitdem können dort auch Großraumflugzeuge landen. Der Tourismus nahm im folgenden zwar zu, allerdings hält er sich in Grenzen, denn die Unterkünfte sind in der Regel recht spartanisch und die Preise sehr teuer, was daran liegt, dass alle Dinge des täglichen Bedarfs erst auf die Insel importiert werden müssen. Hotels oder Privatpensionen liegen vom Standard her ungefähr im Dreisterne-Bereich. Die Insel verfügt über einen Hafen für kleinere Boote, vor der Insel bei Hanga Roa liegen die Kreuzfahrtschiffe auf Reede. Passagiere werden also ausgebootet und mit Schlauchbooten auf die Insel gebracht. Sie erleben oftmals eine wegen der rauen See wenig angenehme Überfahrt. Fremdenführer gibt es in vielen Sprachen, auch in deutsch. Die Sightseeing-Touren werden per Pedes und im Geländewagen angeboten. Wer sich traut, kann die Insel auch auf dem Rücken eines Pferdes oder vom Hubschrauber aus erkunden. Rundflüge können direkt auf der Insel gebucht werden.

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